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Farbvariationen bei Compac Quarzagglo

Farbabweichungen bei Kunststein
Wir weisen darauf hin, dass wir keine Rechtsberatung sind. Wir haben wir die relevanten Zitate aus Normen und Merkblättern nicht weiter kommentiert. Im Streitfall wäre es unserer Meinung nach sinnvoll, einen Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht mit ins „Boot“ zu nehmen und nicht einen Universalisten.

Wie entstehen die Farbvariationen bei Compac Quarzagglo?
Compac Quarzagglo besteht zu ca. 95 % aus Quarz. Der Rest besteht aus Farbstoffen, dem für Lebensmittelbereiche zugelassenem Bindemittel Polyester und Hilfsstoffen. Bei der „Verkettung“ der Moleküle schrumpft der Kunststoff durch eine Polykondensationsreaktion. Salopp gesagt muß man sich Wollfäden vorstellen, die mit einem Klebstoff (UHU / Patex...) verklebt werden. Dazwischen streut man Glitter drüber. Das wären dann die Farbpartikel. Walkt man dann diese Fäden, während der Kleber noch nicht hart ist, dann verlieren die Fäden ihre flauschige Oberfläche und schmiegen sich aneinander. Genauso passiert es mit den Kunststoffketten. Das eigentliche Harz ist relativ farblos. Die Farbstoffe bestehen aus Komponenten, die eine Zulassung nach Bedarfsgegenständeverordnung haben, die 2013 die für die poppigen Farben notwendigen AZO-Farbstoffe nicht mehr erlaubt hat.

Was passiert bei der Erhärtung?
Die Polykondensation ist eine exotherme Reaktion. Jeder kennt das aus der Werkstatt. Rührt man eine größere Menge Polyester an und läßt sie hart werden, wird der Klumpen sehr heiß. Musste man größere Löcher füllen, z. B. bei Travertin, so hat der erfahrene Mitarbeiter immer kleingeklopfte Steinstückchen mit eingearbeitet um der Schrumpfung und Hitze entgegen zu wirken. Jetzt kommt der Trick: Wenn man einem Reaktionsgemisch (Quarzagglo-Rohmasse) das Wärme produziert, zusätzlich Wärme hinzufügt, dann läuft die Reaktion langsamer ab. Dieser Vorgang ist innerhalb einer Platte „chaotisch“. Das bedeutet, dass die Erhärtung an mehren Stellen beginnt. Wo, das kann man nicht vorhersehen. Das hat aber auch Einfluß auf die „eingeklemmten“ Farbpartikel. Trotz gleicher Rezeptur sind Unterschiede in den Chargen zu erwarten.

Was sagt das Merkblatt Küche des BIV Steinmetz dazu?
„Quarzkomposite werden hauptsächlich aus natürlichen Rohstoffen (> 90 % Quarz) hergestellt. Als Bindemittel werden Reaktionsharze verwendet. Die verschiedenen Farben werden über die Zugabe von Pigmenten erreicht. Die Rohtafeln werden einzeln in Formen gefertigt. Struktur- und Texturunterschiede sowie Farbschwankungen sind durch die verwendeten Rohstoffe bedingt. Für die Bewertung von Poren, Einschlüssen und Farbschwankungen ist die DIN EN 15388 heranzuziehen. Jede optisch wahrnehmbare ästhetische Abweichung ist zulässig, wenn sie eine deklarierte Eigenart (Bemusterung) der betreffenden künstlich hergestellten Steinart ist und die Gebrauchstauglichkeit der Platten nicht beeinträchtigt. Eine typische Materialeigenschaft von Quarzkomposit-Werkstoffen ist das Vorhandensein von andersfarbigen Punkten / Pigmenten und Porenräumen.“