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Fränkischer Muschelkalk - ein nachhaltiger biogener Kalkstein

Magna Naturstein hat die Produktion und Verarbeitung von Krensheimer Muschelkalk aufgenommen.

Magna wird immer öfter von Architekten und Bauherren nach klassischen deutschen Materialien gefragt. Teilweise auch nach Gesteinssorten, die seit vielen Jahrzehnten nicht mehr abgebaut werden, wie Deutsch Rot, Meissener Granit oder der originale hessische Diabas. Neben den Kalksteinen aus dem Altmühltal, gehört der fränkische Muschelkalk zu den heute noch abgebauten Gesteinen, die lokal immer eine Rolle gespielt haben.

Was ist ein biogener Kalkstein?
Als biogener Kalkstein bezeichnet man ein Gestein, das überwiegend oder vollständig aus biologischen Resten besteht. Es setzt sich hauptsächlich aus den Mineralen Calcit oder Aragonit (Perlmutt) zusammen, die ursprünglich die Schalen von Muscheln, Brachiopoden und anderen kalkabscheidenden Meerestieren bildeten. Auch die Gerüste von Korallen sowie anderen riffbildenden Organismen können die Grundlage für biogenen Kalkstein darstellen.

Ein bekanntes Beispiel ist der Muschelkalk. Bereits der Begriff verdeutlicht, dass es sich um ein Gestein handelt, das überwiegend biologischen Ursprungs ist.

Wann begann die Entstehungsgeschichte des fränkischen Muschelkalks?

Bereits im Perm (vor etwa 300 Millionen Jahren) entstand durch tektonische Verschiebungen das sogenannte Germanische Becken. Dabei handelte es sich um eine großräumige Senke in Mitteleuropa, die zeitweise über Meeresstraßen sowohl mit der Tethys (dem Urmittelmeer) als auch mit nördlichen Meeresgebieten verbunden war. In dieser Senkungszone bildete sich ein flaches, warmes Meer. Die Alpen existierten damals noch nicht, und das Klima war überwiegend heiß und trocken. Das Gebiet des heutigen Frankenlands lag im Wechsel zwischen Wüstenbedingungen und zeitweiliger Überflutung durch das Meer. Besonders bedeutsam für die Entstehung des fränkischen Muschelkalks wurde jedoch erst die Mittlere Trias (vor etwa 240 Millionen Jahren). In dieser Zeit herrschten stabile Meeresbedingungen, unter denen sich mächtige Kalksedimente ablagern konnten – die Grundlage des heutigen Muschelkalks.

Woraus bestehen die biogenen Bestandteile?

Die biogenen Bestandteile des Muschelkalks setzen sich vor allem aus kalkhaltigen Resten mariner Organismen zusammen. Dazu gehören:

  • Schalen von Kleinstlebewesen (Plankton)
  • kalkabscheidende Algen
  • andere Bestandteile des Meeresplanktons

Nach dem Absterben sanken diese Organismen auf den Meeresboden und bildeten dort einen feinen Kalkschlamm. Mit der Zeit verfestigte sich dieses Sediment zu Kalkstein. Zusätzlich reichern sich solche Ablagerungen durch größere Schalentiere an, die am Meeresboden lebten – etwa Muscheln und Schnecken. Auch angespülte Schalenreste aus Uferbereichen, die zeitweise trockenfielen, wurden in die Sedimente eingearbeitet. Diese sind häufig als kleinere, mit bloßem Auge sichtbare Fossilreste im Gestein erkennbar.

Woher kommen die „Hohlräume“ im Muschelkalk?
Die Hohlräume im Muschelkalk haben eine völlig andere Entstehungsgeschichte als beim Travertin (siehe dazu magnastein.net/service/faq-naturstein/travertin).
Die meisten Kalk bildenden Lebewesen benötigen gut durchlüftete und meist auch helle Meeresbereiche. Als Folge einer Überdeckung durch andere Ablagerungschichten kommt es zur Verdichtung. Eine mehr oder weniger große Hohlraumbildung in Fossilschalen, die nicht vollkommen mit dem umgebenden Kalkschlamm ausgefüllt sind, ist die Hauptursache. Viel seltener sind durch Lösungsprozesse (z. B. durch heißes Wasser aus dem Erdinneren) verursachte Hohlräume.

Wie kommt die Farbigkeit zustande (Aderungen und Wolken)?
Wie bereits beschrieben, ist der eingespülte oder abgesunkene Kalkschlamm für die Farbigkeit verantwortlich. Strömungen, „aufgepeitschte See“ durch Stürme usw. machen ein weiteres aus. Zusätzlich kann auch der Druck „von oben“ die Farbigkeit ändern.

Was lebte zu der Entstehungszeit?
Am Ende des Perms kam es zum größten Massenaussterben der Erdgeschichte. Durch gewaltige Vulkanausbrüche (Sibirischer Trapp) gelangten große Mengen schwefelhaltiger Gase in die Atmosphäre. Die Meere versauerten, etwa 95 % der Meereslebewesen und rund 75 % der Landorganismen starben aus. Zur Zeit der Entstehung des Krensheimer Muschelkalks vor etwa 240 Millionen Jahren hatte sich das Leben jedoch wieder erholt. Es war das Zeitalter der Reptilien: An Land jagten krokodilähnliche Rauisuchier frühe Dinosaurier. Gepanzerte Pflanzenfresser durchstreiften die Landschaft. Die Vegetation bestand vor allem aus Nadelbäumen, Farnen, Schachtelhalmen und Palmfarnen – Gräser entstanden erst rund 200 Millionen Jahre später.

Was macht die Nachhaltigkeit vom Krensheimer Muschelkalk von der Magna aus?
Da sind mehrere Faktoren zu sehen. Grundsätzlich sind Steinbrüche in Deutschland streng von Umweltbehörden überwacht. Die Regelungen in Deutschland sind die strengsten der Welt. Auch die spätere Renaturierung wird staatlich überwacht. Kurze Transportwege zu uns machen den Löwenanteil der Nachhaltigkeit aus. Daneben kommen noch Vorteile, wie die Arbeitsplätze, die Zahlung von Steuern und Abgaben und die Überwachung der Arbeitsplätze durch die Berufsgenossenschaften.

Wo ist der Unterschied zwischen den Sorten?
Blaubank und Goldbank sollten vorzugsweise im Innenbereich eingesetzt werden, wie z.B. für Waschtische und Bodenbeläge im privaten Bereich. Krensheimer und Kirchheimer Kernstein ist der bekannteste verwendete Muschelkalk und ein historisches Baumaterial.

Wo ist der Unterschied zwischen Kirchheimer und Krensheimer Muschelkalk?
Das Marketing würde sagen: „riesige Unterschiede in der Qualität“ ohne weitere Erklärung. Der Geograph würde sagen: „ca. 5 km“, aber Krensheim liegt in Baden-Württemberg und Kirchheim in Bayern. Optisch unterscheiden sie sich wie jedes Sediment, es gibt Farb- und Strukturunterschiede.

Wo werden die Krensheimer Rohtafeln gegattert?
Die Magna gattert mit ihren Seilsägen die Blöcke selber, statt sie nach Italien und wieder zurück zu transportieren.

Welche Oberflächen kann man bei der Magna bestellen?
1) ungespachtelt und geschliffen, Standard 220er Korn. Mit Vorlauf auch feiner möglich.
2) resiniert und geschliffen, Standard 220er Korn. Mit Vorlauf auch feiner möglich.

Welche Größen und Optiken sind aktuell lieferbar?
Im MAGNA Online-Shop finden sie den Muschelkalk. Hier können Sie Textur, Tafelgröße, Materialstärke und Oberfläche einsehen.

Kann man den Krensheimer Muschelkalk auf der Fußbodenheizung verlegen?
Ja, das ist absolut problemlos. Unser Muschelkalk ist „fußschmeichelnd“.

Wie reinigt man den Muschelkalk auf dem Boden?
Die älteste Methode ist die Verwendung eines klassischen Seifenreinigers, wie P124 der Fa. Möller Chemie. Dadurch erreicht man eine Patina, die den Boden im Laufe der Jahre immer brillianter aussehen läßt.